In diesem Jahr stellt sich die Haushaltsplanung als besonders wichtig, aber auch als besonders herausfordernd dar. Die gesamte GKV sieht sich – insbesondere aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Wirkungen der Covid-19-Pandemie – einem sehr schwierigen Jahr 2021 gegenüber. Und auch mit Blick auf den Morbi-RSA wirkt die Pandemie auf die Krankenkassen: Die resultierenden Ausgabenveränderungen beeinflussen die Kostengewichte (Zuschläge) des Morbi-RSA 2020 und 2021. Zusätzlich werden die diesjährigen Corona-betroffenen Diagnosen in den Morbi-RSA 2021 einfließen.  

Mit dem Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) wurde zudem die größte Veränderung im Morbi-RSA seit dessen Einführung vor rund zehn Jahren umgesetzt, mit spürbaren Auswirkungen auf die Finanzlage der Krankenkassen. 

Berechnungen des BAS geben nur Hinweise

Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) hat kürzlich verschiedene Modellrechnungen des Klassifikations­modells 2021 zur Verfügung gestellt –zunächst für das Berichtsjahr 2018 (gemäß dem damaligen Festlegungsentwurf des BAS), zudem laufend als Update für das Berichtsjahr 2019 (gemäß den endgültigen Festlegungen des BAS). Allerdings können diese Berechnungen nur Hinweise geben und sollten dementsprechend nicht eins zu eins in die Haushaltsplanung für das Jahr 2021 einfließen. Dies liegt vor allem daran, dass die Daten, die zur Berechnung verwendet werden, im Vergleich zu den Daten, die am Ende für den Jahresausgleich 2021 herangezogen werden, einen dreijährigen (nach dem Update noch einen zweijährigen) Zeitverzug aufweisen. Eine Problematik des neuen Klassifikations­modells bezüglich der vom BAS bereitgestellten Berechnungen besteht darin, dass im Abschlags­verfahren 2021 vermutlich weit größere Diskrepanzen zum Jahresausgleich auftreten werden als bislang. Das liegt vor allem daran, dass die Aspekte Manipulationsbremse und Hochrisikopool im Abschlagsverfahren erst gar nicht berücksichtigt werden. Insofern werden die Grundlagenbescheide im Durchschnitt deutlich ungenauer ausfallen als sonst.

bitForecast_Web unterstützt die Planung

Anders als die gerade vorgestellten Quellen setzt bitForecast_Web die FKG-Reformen um und prognostiziert zusätzlich anhand der bewährten Schätzformel den Risikofaktor für das Berichtsjahr 2021 im Schlussausgleich. Im Oktober haben wir mit Ihnen bereits im Rahmen unserer Haushalts­planungskonferenz über die von uns erwarteten Auswirkungen der Morbi-RSA-Reform diskutiert. Auch die aktuellen (und weiter andauernden) Herausforderungen der Covid-19-Pandemie für Ihre Finanzplanung waren Thema. Vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen können wir dabei auf eine Rekordbeteiligung von 140 Teilnehmern zurückblicken.

Natürlich stellen die umfangreichen Veränderungen durch die Covid-19-Pandemie und das FKG auch unser Finanzprognosetool bitForecast_Web vor große Herausforderungen. Folgende Übersicht zeigt, welche im Morbi-RSA-Kontext relevanten Elemente in bitForecast_Web im Oktober bereits umgesetzt wurden: 

Neben der Zuweisungsseite berücksichtigen wir den Corona-Effekt in bitForecast_Web auch schon seit längerem unter Bezugnahme auf die Aus­gabenseite. Durch unsere Aktivitäten rund um die eingerichtete AG Corona war es uns bereits im Mai möglich, erste GKV-Eckdaten mit Corona-Effekten zu ermitteln. Unsere Schätzungen werden fortlaufend aktualisiert. Im Kundenportal finden Sie detaillierte Informationen zur AG Corona und zu
bitForecast_Web.