Der MRSA-Scan wird im Vorfeld der Erst- und Korrektur­meldung für die SA 500 – den Diagnosen der Krankenhausversorgung – angeboten. Im MRSA-Scan findet für Kunden des Morbi-RSA-Datenclearings ein kostenfreier Abgleich zwischen den Satzarten der Krankenkassen und den Daten des Datawarehouses von BITMARCK statt.

Im Interview mit der einsnull kompakt sprach Ralf Burchardt, Stabstellenleiter Controlling bei der actimonda krankenkasse, über seine Erfahrungen mit der Anwendung MRSA-Scan.

einsnull kompakt: Herr Burchardt, wie bewerten Sie die Einsatzmöglichkeiten des MRSA-Scan bei der actimonda krankenkasse?

Ralf Burchardt: Für uns stellt der MRSA-Scan eine ideale Ergänzung zu den bereits etablierten haus­internen Prüfverfahren dar, die wir zur Vorbereitung der Datenerhebung durchführen. Insbesondere für den Bereich der Diagnosevalidierung stehen die Krankenkassen bei der Datenerhebung vor besonderen Herausforderungen. Anders als bei den personen- und kostenstammzentrierten Satzarten 100 und 700 – bei denen wir als Krankenkasse einen Großteil der Daten selbst erheben und verwalten – gestalten sich die Prüfverfahren auf Vollständigkeit der Diagnose­dateneinspielungen ins Krankenkassensystem naturgemäß schwieriger. Hier bietet der MRSA-Scan eine gelungene Erweiterung der zeitreihenbezogenen Benchmarkvergleiche, da durch die Hinzunahme einer weiteren Prüfdimension die Daten mit einer vorgelagerten „externen“ Quelle direkt versichertenbezogen abgeglichen werden können.

einsnull kompakt: Sie haben die Entwicklung des MRSA-Scan als Testkasse begleitet und 2017 auch erstmals zur Korrekturmeldung in der Praxis eingesetzt. Über welche Erfahrungswerte können Sie uns berichten? 

Ralf Burchardt: Die Arbeit mit den Prototypen war anfangs noch etwas aufwendiger. Die enthaltenen Potenziale mussten zunächst einmal im Einzelfallverfahren auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft werden. Aber dank der Aufnahme von weiteren Selektions­kriterien in den endgültigen Ergebnislisten zur Korrekturmeldung 2017 wurde die Bewertung der Potenziallisten erheblich erleichtert. In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch zu erwähnen, dass die Arbeit mit fortscheitender Erfahrung im Umgang mit den Potenzial-Listen zum einen zunehmend leichter fällt und darüber hinaus auch stets neue Fehler­konstellationen entdeckt werden. Dies macht die Bearbeitung sehr spannend!

Im Praxiseinsatz bewährt sich insbesondere auch, dass der MRSA-Scan für die Satzart 500 bereits relativ weit im Vorfeld der eigentlichen Datener­hebung eingesetzt werden kann. Dies führt zu einer begrüßenswerten Entzerrung im engen Zeit­horizont zwischen Dateneinspielung ins Krankenkassensystem, der Durchführung von kasseninternen Plausibilisierungs­verfahren und der eigentlichen Datenmeldung.

einsnull kompakt: Die von Ihnen beschriebene pragmatische Anwendungsweise des MRSA-Scan ist natürlich wichtig, aber wie sieht es mit den eigentlichen Ergebnissen aus? Hatte der Einsatz auch einen positiven Effekt auf die RSA-Daten­meldung? 

Ralf Burchardt: Ja – tatsächlich! Aber ich möchte vorweg auch betonen, dass ein positiver Effekt selbst dann vorhanden ist, wenn es aufgrund des Einsatzes von MRSA-Scan zu keinen Korrekturen in den Daten­meldungen kommt. Letztendlich signalisiert eine „Potenzialfehlanzeige“ auch, dass die Datenmeldung über den zusätzlichen Prüfschritt plausibel ist und gibt den Verantwortlichen eine erhöhte Sicherheit und Vertrauen bezüglich der Vollständigkeit der Datenmeldung.

In Bezug auf die Datenmeldung der Satzart 500 konnten bei der Korrekturmeldung 2017 tatsächlich auch vereinzelte Übertragungsfehler zwischen dem Krankenhaus-Abrechnungsprogramm und BITMARCK_21c|ng aufgedeckt werden. Ohne Korrektur wären somit vereinzelt Diagnosen aus 

Beanstandungsfällen nicht mit­gemeldet worden. Diese Fehler­konstellation ist im Rahmen der Satzart 500 besonders problematisch. Aufgrund der geringen Fallanzahl lassen sie sich ohne den Einsatz des MRSA-Scan in den etablierten Zeitreihenver­gleichen nur schwer detektieren. Durch die Besonder­heit der direkten Zuweisungsauslösung über die Hauptdiagnose entfalten aber auch einzelne ICD in der Satzart 500 eine finanzielle Bedeutung im RSA.

Neben dem eigentlichen Ziel, die Vollständigkeit der Satzart 500 zu überprüfen, kam es auch zu synergetischen Erfolgen bei der Satzart 100. So wurde bei der Überprüfung einer Fehlerkonstellation festgestellt, dass die RSA-Versichertenzuordnungstabelle einen fehlerhaften Eintrag enthielt. Ohne Korrektur hätte dies dazu geführt, dass für einzelne Versicherte keine Datenmeldung möglich gewesen wäre.

einsnull kompakt: Vielen Dank für das Gespräch!