Peter Flemming ist seit Anfang 2020 der neue „Factory Lead“ der Data.Science.Factory. Im Gespräch mit der einsnull kompakt spricht er über seine Ziele und Pläne. Außerdem wollten wir von ihm wissen, was das Besondere an der Factory im Vergleich zu anderen Angeboten am Markt ist und warum man sich aus seiner Sicht als BITMARCK-Kunde unbedingt beteiligen sollte.

einsnull kompakt: Peter, was reizt dich an deiner neuen Aufgabe als Factory Lead besonders?

„In der Factory vereinen wir aktuelle Data-Science-Methoden, die uns allen unter den Schlagwörtern „Künstliche Intelligenz (KI)“, „Machine Learning“, „Neuronale Netze“ und „Data Mining“ sicher schon einmal begegnet sind, mit einem agilen Vorgehens­modell beim Projektmanagement bzw. der Produkt­­entwicklung. Diese Kombination finde ich unglaublich spannend und herausfordernd. Wir wollen konkrete Lösungen entwickeln und nicht bloß visionär über die theoretischen Möglichkeiten von KI in der GKV philosophieren: Wir wollen machen. Nicht nur für mich, sondern auch für unsere Kunden wie auch BITMARCK-Kollegen verbindet sich damit eine unglaublich große Chance der persönlichen und geschäftlichen Weiterentwicklung. In diesem Feld Verantwortung übernehmen zu können, hat mich sehr gereizt.“  

einsnull kompakt: Was ist aus deiner Sicht das Besondere an der Factory im Vergleich zu anderen Angeboten am Markt und warum sollten sich BITMARCK-Kunden unbedingt beteiligen?

„Die Data.Science.Factory ist ein ganz konkretes Angebot an die Krankenkassen, gemeinsam mit BITMARCK praktische Schritte in der Anwendung von KI und Analytik in der Krankenkasse zu unternehmen. Dazu werden entsprechende Anwendungsfelder gemeinsam identifiziert und in der Factory agil bearbeitet.

Wir haben uns hier ganz bewusst nachhaltig und ganzheitlich ausgerichtet. Der Factory-Workflow sorgt dafür, dass erfolgreich gepitchte Themen automatisch und unmittelbar einer Umsetzung zugeführt werden. Es bleibt in keinem Fall beim bloßen Aufwerfen von Projektideen. Die Umsetzung der Ideen ist unser Fokus.  

Dabei ist die Data.Science.Factory als lernendes System angelegt. Durch die konkreten Projekte mit Krankenkassen lernen sowohl BITMARCK als auch die Krankenkassen stetig dazu und generieren im jeweiligen Kollegenkreis entsprechendes Know-how, das in anderen Projekten oder der alltäglichen Arbeit eingebracht werden kann. Auf diese Weise entstehen bei den Beteiligten ein agiles Mindset und ein erheblicher Kompetenzaufbau.“

einsnull kompakt: Woran arbeiten die Teams aktuell? Findet in der Factory eine vollständige Produktentwicklung statt oder begnügt ihr euch mit Prototypen?  

„Die ersten Teams haben ihre Arbeit Ende August 2019 aufgenommen und arbeiten an der Lösung für die Themen Optimierung Krankenhaus-Abrechnungen und Kündigerprognose. Wir bringen in diesen Teams BITMARCK-interne IT-, Data Science- und Fach­experten, Experten von Krankenkassen, Vertreter aus der Wissenschaft und weitere Partner zusammen. 

Welche Kompetenzen in welchem Umfang benötigt werden, definiert dabei die konkrete Fragestellung, die bearbeitet werden soll. Das Projektziel sind dann sogenannte „Minimum Viable Products“ (MVP), die die späteren Nutzer überzeugen, einsetzbar sind und somit auch released werden können und bereits konkrete Mehrwerte schaffen.

Die Idee hinter der iterativen Erarbeitung eines MVP ist, stetig und schnell Feedback vom späteren Anwender einer Lösung erhalten zu können. Das geht nur, wenn wir kontinuierlich liefern. Die vollständige und abschließende Produktentwicklung ist dabei nicht das, was in der Data.Science.Factory geschieht. Wir sind diejenigen, die geeignete Lösungsansätze identifizieren, erproben und die Iteration eines Produkts erarbeiten, die einen Kernnutzen bereits zur Verfügung stellt. Bewährt sich das MVP im Kunden­feedback, kümmern sich die Experten aus den geeigneten Bereichen um die abschließende Produktreife und das Projekt in der Factory endet.“

einsnull kompakt: Kunden von BITMARCK können sich in unterschiedlichen Rollen in der Factory beteiligen. Was wünschst du dir von den Kranken­kassen, die Themenvorschläge einbringen?

„Wir machen den Krankenkassen mit unserer Factory ein extrem niedrigschwelliges Angebot. Wir minimieren die Entwicklungskosten für unsere Kunden und gehen in Vorleistung. Dafür benötigen wir ein hohes Commitment bei der Themen­auswahl und -begleitung sowie eine möglichst aktive Unterstützung der agilen Projektteams durch die beteiligten Krankenkassen. Diese drückt sich besten­falls durch die zeitlich befristete Abstellung von Mitarbeitern der Krankenkassen aus. Mein Ziel ist es die Data.Science.Factory so auszurichten, dass es für die Partnerkasse selbstverständlich wird eigene Mitarbeiter für den befristeten Projektzeitraum möglichst umfassend freizustellen. Ich bin überzeugt davon, dass dann sowohl die jeweiligen Mitarbeiter, als auch das Projekt maximal profitieren.“

einsnull kompakt: Wie kann man sich als Krankenkasse einbringen, z. B. Themen vorschlagen oder bei ausgewählten Themen mitmachen?

„Der einfachste Weg ist unser Kundenportal meinBITMARCK. Dort gibt es einen eigenen Bereich für die Data.Science.Factory. Nach dem Login finden BITMARCK-Kunden alle Infos, wie sie ihre Ideen einreichen können, sich zum nächsten Themen-Pitch anmelden oder sich auch die aktuellen Backlog-Themen ansehen.

Selbstverständlich freue ich mich auch, wenn ich bei Fragen, Ideen oder Anregungen direkt angesprochen werde.“  

einsnull kompakt: Was wünscht du dir für die Factory, was ist dein ganz persönliches Ziel und wo soll die Reise hingehen? 

„Mein Ziel ist es, die Data.Science.Factory als Plattform in der GKV zur Erforschung und Erprobung von Innovationsthemen von Kranken­kassen in den Feldern KI, Analytik und Data Science allgemein zu etablieren. Dabei will ich ganz explizit betonen, dass wir ganz bewusst noch keine inhalt­lichen Abgrenzungen möglicher Themen vornehmen. Auch das konkrete Projektziel oder die Produktvision muss sich nicht in einer analytischen Fragestellung erschöpfen. Wenn bspw. die Entwicklung eines Versorgungskonzepts, eines eHealth-Angebots oder ähnliche Produktlösungen mit der analytischen Frage­stellung zusammenhängen, dann wollen wir dies ebenso in unserer Factory adressieren und den Kreis der Projekt­mitarbeiter entsprechend festlegen.“


Die Data.Science.Factory ist der zentrale Ansprechpartner für Krankenkassen für innovative und datengetriebene Lösungen. BITMARCK rückt so konkrete Kundenprobleme in den Mittelpunkt. Die Auswahl der Lösung orientiert sich am damit verbundenen späteren Kundenwert. Entwickelt werden intelligentere Produkte und Dienstleistungen für Krankenkassen und Versicherte. Ziel ist es, sowohl die Services für die Ver­sicherten als auch die internen Prozesse von Krankenkassen intelligenter, einfacher und besser zu gestalten. Damit erhöht sich die Zufriedenheit der Ver­sicherten und die Prozesse in den Kranken­kassen können effektiver und effizienter gestaltet werden.