Wird sie kommen? Und wenn ja, in welchem Ausmaß? Eine mögliche Insolvenzwelle hängt wie ein Damoklesschwert über der deutschen Wirtschaft – und damit auch über den institutionellen Gläubigern. Krankenkassen stehen in diesem Kontext vor der Herausforderung, ein Mehrfaches an Fallzahlen mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitern zu
bewältigen. Ein hohes Maß an Automatisierung und die „umgekehrte Bearbeitungsweise“ bieten die Lösung.

Bereits zu Beginn der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krise leitete der Gesetzgeber Maß­nahmen ein, um betriebliche Insolvenzen zu vermeiden. Konkret setzte die Politik die Antragspflicht für die isolierte Überschuldung aus und die institutionellen Gläubiger, beispielsweise Sozialversicherungen und Finanzbehörden, gewährten Stundungen. Zahlreiche Marktbeobachter sehen in dieser Unterstützung jedoch nur ein Hinauszögern des Unvermeidlichen und bemängeln, dass es durch dieses Vorgehen zu einem späteren Zeitpunkt zu einer massiven – da konzentrierten – Insolvenzwelle kommen wird, der voraussichtlich weder Gerichte noch Verwalter Herr werden können. 

Auch die gesetzlichen Krankenkassen stünden in diesem Fall vor einer enormen Herausforderung: Das x-fache an Fallzahlen mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitern bewältigen. Wie kann das gelingen?

Automatisierung als Grundlage der Fallanlage und -bearbeitung

Grundvoraussetzung für die Bearbeitung hoher Fallzahlen ist die digitale Fallbearbeitung. Diese allein reicht jedoch nicht aus. Die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie prognostizierte Insolvenzwelle und die damit verbundenen Mehraufwände können nur mit einem hohen Grad an Automatisierung gemeistert werden, in diesem Fall durch die automatisierte Identifikation eines insolventen Unternehmens im eigenen Kundenbestand. 

Essenzielle Merkmale sind hierbei die Fallanlage per Klick sowie die Übernahme sämtlicher relevanten Daten (aktuelle und vollständige Stammdaten aller Verfahrensbeteiligten und der Beschlüsse im Langtext) ohne die manuelle Eingabe oder eine Aktion durch den Sachbearbeiter. Ergänzt durch die „umgekehrte Bearbeitungsweise“, die wir nachfolgend erläutern, können Krankenkassen die Herausforderungen im Kontext einer durch Corona bedingten Insolvenzwelle bewältigen.

Was hat es mit der „umgekehrten Bearbeitungs­weise“ auf sich?

Die „umgekehrte Bearbeitungsweise“ ist eine der Hauptmerkmale der Insolvenzbearbeitung in BITMARCK_21c|ng. Ereignisse, die für die Fallbearbeitung relevant sind, werden im Laufe des Insolvenzverfahrens definiert und können für jede Krankenkasse individuell konfiguriert werden. Erst wenn ein relevantes Ereignis eintritt, wird der Sachbearbeiter informiert (und dementsprechend tätig). Alle anderen Ereignisse werden für die komplette Fallakte im Hintergrund dokumentiert. Auf diese Weise wird der Sachbearbeiter nur dann aktiv, wenn ein relevantes Ereignis eintritt – nicht, weil beispielsweise ein bestimmter Zeitraum seit der letzten Bearbeitung vergangen ist. 

Durch diese zeitgemäße Form der Insolvenz­bearbeitung steigt die Betreuungsquote des einzelnen Sachbearbeiters signifikant an. Dementsprechend ist es möglich, mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitern ein Vielfaches der aktuellen Fallzahlen zu bearbeiten.

Kostenfreie Testphase für neue Insolvenzfälle bis Ende des ersten Quartals 2021

Um allen Krankenkassen die Möglichkeit zu bieten, diese Art der Insolvenzbearbeitung zu nutzen, haben sich BITMARCK, die itsc GmbH, die GKV SC GmbH und die STP Business Information GmbH dazu entschieden, diejenigen Kranken­kassen, die die Insolvenzbearbeitung der Stufe 2 in BITMARCK_21c|ng noch nicht nutzen, aktiv bei der Neu­bewertung ihrer Prozesse zu unterstützen. 

Ab sofort und bis Ende des ersten Quartals 2021 läuft eine kostenfreie Testphase. Die BITMARCK Software GmbH vergibt hierfür die Lizenzschlüssel, die betreuenden Stellen unterstützen die Krankenkassen bei der fachlichen Bearbeitung. Die STP Business Information GmbH stellt den Insolvenzdatendienst in diesem Rahmen kostenfrei zur Verfügung. Auf diese Weise können bereits jetzt die Prozesse gefestigt werden, um zu gegebenem Zeitpunkt für die Insolvenzwelle gewappnet zu sein.

Die genauen Bedingungen finden Sie im BITMARCK-Kundenportal mein.bitmarck.de oder bei Ihrer betreuenden Stelle.

Wer sich bereits vorab über die Insolvenzfunktionalitäten informieren möchte, findet im Kundenportal im Bereich Zahlungsverkehr Videos zu den Themen „Mahnungen bearbeiten“, „Insolvenzen bearbeiten“ und „Vollstreckungen bearbeiten“.