Im Meldejahr 2019 haben wir das Clearing der Morbi-RSA-Satzarten für 78 BKKen und 6 IKKen durchgeführt. Dabei wurden 13 Satzarten aus unterschiedlichen Berichtsjahren (2013 bis 2019) verarbeitet und geprüft. Für alle Satzarten und Berichtsjahre wurden Kennzahlen berechnet und die Daten fristgerecht an den GKV-Spitzenverband beziehungsweise die Prüfdienste weitergeleitet. Die Liste der durchzuführenden Datenmeldungen wird jährlich länger. Die Daten sind die Basis für umfangreiche Analysen, die wir im Hinblick auf Morbi-RSA-Reformeffekte und finanzielle Auswirkungen auf einzelne Krankenkassen durchführen.

Sicherung der Datenqualität durch Vorabdatenprüfung

Ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Daten­qualität ist unsere Vorabdatenprüfung, die es ermöglicht, die Morbi-RSA-Satzarten in einem gewissen Zeitraum vor der amtlichen Abgabefrist prüfen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass auf­tretende Probleme frühzeitig erkannt werden können. 

In diesem Jahr kam es beispielsweise zu einer unvollständigen TP3-Datenlieferung durch eine in den Prozess involvierte Drittpartei, die bei den betroffenen Krankenkassen Auswirkungen auf die Satzart 400 und die Ausschöpfquote in der Satzart 700 hatte. In Kooperation mit uns konnten die betroffenen Kunden die korrekten und vollständigen Daten in der Satzart 400 (Arzneimittel) und Satzart 700 (Leistungsausgaben) liefern. Außerdem wurde bei einer Krankenkasse eine Auffälligkeit in der Satzart 600 im dritten Quartal festgestellt. Hier ergaben Recherchen, dass ein Batch nicht korrekt gelaufen war. 

Nur wenn Fehler frühzeitig entdeckt werden, können sie beseitigt und die Qualität der Daten­meldung sichergestellt werden. Bei den meisten bitForecast-Kunden ist die Vorabdatenprüfung bereits Vertragsbestandteil. Natürlich bieten wir sie aber auch allen anderen Kunden gegen Aufpreis an.

Abgleich durch den MRSA-Scan

Für die Datenmeldung der Satzart 500 (Diagnosen der Krankenhausversorgung) konnten wir unseren Kunden in diesem Meldejahr im Rahmen des Produktes MRSA-Scan erstmals die Version „MRSA-Scan-Reverse“ anbieten. Hinter MRSA-Scan verbirgt sich ein Abgleich zwischen der Satzart der Krankenkasse und den Daten des zentralen Datawarehouses von BITMARCK, der zeitlich bereits vor der Vorab­datenprüfung stattfinden kann. Das Angebot wurde in diesem Jahr bereits von vielen Krankenkassen mit sehr positivem Feedback in Anspruch genommen. In einem Interview in der letzten Ausgabe der einsnull kompakt schilderte Ralf Burchardt, Stabstellenleiter Controlling bei der actimonda kranken­kasse, welche Fehlerkonstellationen durch den Einsatz des Produkts aufgedeckt werden konnten. 

Im nächsten Jahr wird MRSA-Scan um die Satzart 400 (Arznei­mitteldaten) erweitert. Wie bei der Vorab­datenprüfung wird dann auch die Datenübermittlung an BITMARCK direkt über den GKV-­Standard möglich sein.  

Weitere kostenfreie Services

Die Satzarten 112 und 113 für die Bestands­bereinigung (OAV) haben wir im Juni 2019 für unsere Kunden kostenfrei an die zuständigen Prüfdienste weitergeleitet. Dadurch wurde vermieden, dass diese Arbeit an vielen verschiedenen Stellen ausgeführt werden musste. Den Service für die am 08. November 2019 anstehende Korrektur­meldung dieser Satzarten und die damit zusammen­hängende Prüfsatzart 323P bieten wir ebenfalls kostenlos an.

Viele Neuerungen im Meldejahr 2020

Im September wurde beim GKV-Spitzen­verband die Bestimmungsrunde wieder aufge­nommen. In diesem Gremium werden die Grundlagen für die Daten­meldeverfahren zum Morbi-RSA gelegt. Einige Stichworte wie die Erhebung des Arzt­gruppenschlüssels, die Einführung einer Korrektur­meldung zur Satzart 700 oder die Ein­führung einer neuen Datenmeldung nach § 270 Abs. 3 (Zuweisungen für Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen) seien hier genannt. Wir verfolgen die Beratungen dazu intensiv und werden unsere Kunden zu gegebener Zeit über die umzusetzenden Neuerungen informieren. Die neue Bestimmung tritt vermutlich Ende Januar/Anfang Februar 2020 in Kraft und ist für das Schlüssel­jahr 2020/2021 gültig.