Alle Sozialversicherungsträger sind vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, sowohl in den Datenaustauschverfahren als auch in den Bestandssystemen den „Lateinischen Zeichensatz in UNICODE“ (UTF-8) zu verwenden. Im Rahmen eines Projekts wird daher der GKV-Standard BITMARCK_21c|ng, der derzeit den Zeichensatz ISO 8859-15 (westeuropäisch) verwendet, entsprechend umgestellt. 

Dieses notwendige Vorhaben umfasst viele wichtige Facetten: 

  • Umfangreiche Software-Anpassungen am GKV-Standard BITMARCK_21c|ng
  • Sukzessive Umstellung der Datenbanken von ISO- auf UTF-8 Encoding durch die Servicezentren mit einer benötigten Gesamtlaufzeit von ca. einem Jahr
  • Auswirkungen auf die Kooperationspartner, da an den Ein- und Ausgangsschnittstellen entsprechend der Zeichenkodierung UTF-8 ausgegeben wird

Besondere Aufmerksamkeit verlangen auch die kasseneigenen Um- und Partnersysteme sowie Eigenlösungen der Krankenkassen hinsichtlich ggf. notwendiger Anpassungen an den neuen Zeichensatz. Hier müssen die Kunden die Um­stellung der Eigenlösungen – sofern vorhanden – auf UTF-8 planen und durchführen. 

Die Software-Anpassungen an BITMARCK_21c|ng werden in mehreren Releases erfolgen. Mit der Marktfreigabe von Release 24.65 Anfang Q3/2022 werden die technischen Voraussetzungen für die Umstellung der Datenbanken durch die Service­zentren geschaffen. Nachdem die Datenbanken aller Kunden umgestellt sind, wird ein Abschluss Release in Q3/2023 freigegeben, mit dessen Installation an allen Ein- und Ausgangs-Schnittstellen UTF-8 angenommen und ausgegeben wird. Ab diesem Zeitpunkt können zum Beispiel die korrekten Schreibweisen der Namen mit erweiterten Zeichen erfasst, angenommen und ausgegeben werden.

Über den Umsetzungsstand wird kontinuierlich berichtet

Eine Ausnahme stellen diejenigen Datenaustauschverfahren dar, die bis auf Weiteres noch auf ISO basieren. Diese werden an den Schnittstellen so lange in den ISO-Zeichensatz konvertiert, bis auch sie auf UTF-8 umgestellt sind.

BITMARCK informiert an dieser Stelle frühzeitig über das Projekt sowie das weitere Vorgehen, damit Krankenkassen ausreichend Zeit für die Planung und Durchführung der Umstellung auf UTF-8 für ihre Eigenlösungen zur Verfügung haben. Natürlich berichten wir kontinuierlich über den jeweils aktuellen Stand der Umsetzungen, beispielsweise im Rahmen des Fachbeirats.